Die Meise

Kopfüber, Kopfunter,
zweigab und zweigauf,
ein lustig kleines Ding
und immer geschwätzig und flink,
und immer obenauf.
Denn ob die ganze Welt verreist,
sie findet den Tisch gedeckt.
Hier wird ein Körnchen geschleckt,
und dort ein Püppchen verspeist.
Tsi tsi dä, tsi tsi dä der Frühling ist da!
So ruft sie im knospenden Wald.
Und wehen die Winde noch kalt,
sie weiss es, glaubt es nur ja!
Sie hat in das Herz der Knospe gesehen,
in die Wiege von Blume und Grün.
Sie weiss: bald wird es nun blühen,
und die Welt in Veilchen stehen!

Heinrich Seidel

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